Konzertübersicht 2016


 
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Die 29. Saison des Original-Klang-Festivals Musica Franconia zeigt wiederum zu welch spannenden Entdeckungen „Musikalische Denkmalpflege“ führt. Aus der schier unerschöpflichen Schatztruhe fränkischer Musiküberlieferung haben wir die schönsten Klangjuwelen für 2016 ausgewählt:


1. Fr 1. Juli 2016, 20 Uhr • Triesdorf -open air-
2. So 3. Juli 2016, 19.30 Uhr • Freystadt, Spitalstadl Innenhof
Veranstalter: Stadt Freystadt im Rahmen des Martini Jubiläums-Programmes
in Zusammenarbeit mit Musica Franconia
3. So 17. Juli 2016, 16 Uhr • Markt Nordheim,
Schloss Seehaus, Wandelkonzert

„Annette et Lubin”

Opéra Comique von J. P. E. Martini

Le Seigneur – Markus Simon
Le Bailli – Jan Kobow
Annette – Antje Rux
Lubin – Thomas Fahner
Domestique – Elmar Boerger
Sinfonietta Franconia
Beat Wyrsch – Inszenierung
Wolfgang Riedelbauch – Musikalische Leitung

(Antje Rux, Thomas Fahner)

Die heitere Oper „Annette  et Lubin“, die im 18. Jahrhundert in ganz Europa gespielt  wurde und als ein Schlüsseltext des Musiktheaters  der Aufklärung gilt, wurde im Februar 1789 im Beisein der Königlichen Familie wenige Wochen vor dem Sturm auf die Bastille in Paris uraufgeführt. Grandioses Musiktheater um  die „unschickliche“ Liebe eines jungen Paares und das „Recht der ersten Nacht“ – unterhaltsam  und voller Leidenschaft auf die Bühne gebracht  von einer jugendlichen Sopranistin, zwei rivalisierenden  Tenören und einem gütigen Bass, begleitet von einem  historisch musizierenden Kammerorchester mit Traversflöten, Barockoboen, Naturhörnern, Fagott und einem exzellenten Streichquintett der Staatsoper Antalya.


Eintritt: 1: 32/24 Euro • 3: Wandelkonzert: 45 Euro

ACHTUNG:
Tickets für Konzert 2 in Freystadt erhalten Sie direkt beim Veranstalter Stadt Freystadt im Rahmen des Martini Jubiläums-Programmes > Tickets
oder per Telefon unter: 09179 9490-43





4. Sa 23. Juli 2016, 20 Uhr • Freystadt, Wallfahrtskirche Mariahilf
Veranstalter: Stadt Freystadt im Rahmen des Martini Jubiläums-Programmes
in Zusammenarbeit mit Musica Franconia
6. So 24. Juli 2016, 18 Uhr • Nürnberg, St. Sebald

„De Profundis”

von Christoph Willibald Gluck (1714 Erasbach-1787 Wien)

„Messe de Requiem”

von Jean Paul Égide Martini (1741 Freystadt-1816 Paris)
- Deutsche Erstaufführung -

Festivalchor Musica Franconia
Barockorchester La Banda
Corinna Schreiter – Sopran
Jan Kobow – Tenor
Markus Simon – Bass
Wolfgang Riedelbauch – Musikalische Leitung

„De Profundis“, ein ergreifendes, düsteres Gegenstück zu Martinis Requiem, für vierstimmigen Chor mit der dunklen Begleitung von tiefen Streichern, Fagott, Horn, Posaunentrio sowie Oboe als einziger hellen Stimme, wurde von Antonio Salieri zum feierlichen Requiem Glucks am 8. April 1788 dirigiert. Die „Messe de Requiem“ für Soli, gemischten Chor und großes Orchester gilt als Höhepunkt von Martinis Schaffen. Drei Wochen vor Martinis eigenem Tod war das Werk im Auftrag des französischen Königs Louis XVIII. als „Pompe Funèbre“ am Jahrestag der Hinrichtung von Louis XVI. und Marie Antoinette in der Basilika St. Denis in Paris uraufgeführt worden. Diese deutsche Erstaufführung mit groß besetztem, facettenreich eingesetzten Orchester vermittelt durch historische Instrumente einen authentischen Eindruck des grandiosen Werkes von berührend innigen Bitten um ewige Ruhe bis zu dramatischem Aufbrausen beim Tag des Zornes und einem klangprächtigen Amen zum Schluss.


Der Bayerische Rundfunk nimmt das Konzert in Freystadt auf.


Eintritt: 6: 42/32/24 Euro

ACHTUNG:
Tickets für Konzert 4 in Freystadt erhalten Sie direkt beim Veranstalter Stadt Freystadt im Rahmen des Martini Jubiläums-Programmes > Tickets
oder per Telefon unter: 09179 9490-43





5. So 24. Juli 2016, 10 Uhr • Nürnberg, St. Sebald

Musikalischer Festgottesdienst

„Meinen Jesum lass ich nicht“


Choralkantate für Solo-Sopran, gemischten Chor,
Violine, Viola und Orgel von Max Reger (1905)

Madrigalchor und Instrumentalisten der Hochschule für Musik Nürnberg
KMD Bernhard Buttmann – Orgel
Alfons Brandl – Leitung
Predigt: Christian Düfel

In Kooperation mit der Sebalduskirche Nürnberg

Eintritt: frei
7. So 31. Juli 2016, 16 Uhr • Rügland, Schloss & Kirche,
Wandelkonzert
8. Fr 5. August 2016, 20 Uhr • Nürnberg, St. Elisabeth
9. Sa 6. August 2016, 20 Uhr • Bühl, Kirche Mariä Heimsuchung
10. So 7. August 2016, 18 Uhr • Freystadt, Wallfahrtskirche
Veranstalter: Stadt Freystadt im Rahmen des Martini Jubiläums-Programmes
in Zusammenarbeit mit Musica Franconia

"Sechs  Psalmen"

(SIX  PSEAUMES, 1805)

von J. P. E. Martini 
für Sopran, Mezzosopran und Fortepiano und Cello

Corinna Schreiter – Sopran
Ruth Volpert – Mezzosopran
Tänzerinnen und Tänzer des Ballettförderzentrum Nürnberg e.V. 
Tanja Halenke – Choreographie
Wolfgang Riedelbauch – Clavier und Musikalische Leitung

Zwei Sängerinnen, begleitet von einem historischen Clavier, musizieren die eindrucksvollen Arien und Duette der  „Sechs  Psalmen“, die Jean Paul Égide Martini abwechslungsreich vertont - meditativ bis virtuos in betörendem Wohlklang. Verschmelzend mit der textgenauen  Komposition erweitern  zwei Tänzerinnen und ein Tänzer die  gesungenen Inhalte um bewegte Bilder - getanzte Gebete.

Rügland, Wasserschloss, im Rahmen von Musica Franconia 2013


Eintritt: 7: 32 Euro • 8: 28/20 Euro • 9: 28/20 Euro

ACHTUNG:
Tickets für Konzert 10 in Freystadt erhalten Sie direkt beim Veranstalter Stadt Freystadt im Rahmen des Martini Jubiläums-Programmes > Tickets
oder per Telefon unter: 09179 9490-43





Jean Paul Égide Martini (Johannes Paul Aegidius Martin)  wurde 1741 in Freystadt geboren und erhielt von seinem Vater Musik- und Orgelunterricht. Am Jesuiten-Seminar zu Neuburg an der Donau vervollständigte er seine Ausbildung und war dort bereits mit elf Jahren als Organist tätig. Schließlich erregte er in Paris mit der Komposition von Militärmusik und Opern Aufsehen und wurde „Surintendant de la Musique du Roi“, zuständig für die Königliche Kapelle und viele Theater. Während der Revolution zog er sich nach Lyon zurück, verfasste eine dreibändige Orgel- sowie eine Gesangschule, wurde jedoch bald wieder als Professor für Komposition ans Conservatoire nach Paris berufen und komponierte u.a. eine Messe Solemnelle zur Hochzeit Napoleons. Durch die Restauration und die Rückkehr der Bourbonen wurde er 1814 von Ludwig XVIII. wieder in seine alte Stellung eingesetzt. 1816, drei Wochen vor seinem eigenen Tod, führte er in dessen Auftrag seine  Messe de Requiem  zur offiziellen Totenfeier (Pompe Funebre) am Jahrestag der Hinrichtung von Ludwig XVI. und Marie Antoinette in der Kathedrale von Saint-Denis auf. Im internationalen Quellenlexikon der Musik sind 329 Kompositionen Martinis aufgelistet, darunter Lieder wie „Plaisir d’amour“. Er gilt als Schöpfer des klavierbegleiteten Liedes in Frankreich. Viele geistliche Werke aus seiner Feder weisen auf seine Lehrjahre in Neuburg hin.